Korvatunturi
Wo der Weihnachtsmann wirklich wohnt
© Oetinger Verlag
Es gibt Orte, die man nicht besuchen kann. Keine Straße führt dorthin. Kein Wegweiser. Kein Navi.
Und doch kennen ihn Kinder weltweit – manche, bevor sie lesen können.
Dieser Berg hat einen schwierigen Namen, er heißt
K o r v a t u n t u r i (ausgesprochen: korwa-tunndurri).
Und das ist finnisch.
Ein Buch. Ein Moment. Eine Entscheidung.
Im dritten Jahr meiner Tätigkeit als Weihnachtsmann führte ich ein Vor-Ort-Gespräch, wie ich sie seither in jedem Jahr führe. Persönlich, am Ort des späteren Auftritts, mit hinreichend Zeit.
Eine Mutter zeigte mir ein Buch.
Nach kurzer Durchsicht war mir sofort klar: Das ist die neue Referenz. Für alle Fragen, die Kinder stellen. Für alle Antworten, die ich geben werde.
„Wo der Weihnachtsmann wohnt" des Finnen Mauri Kunnas. Auf Deutsch erschienen 1982. Mittlerweile in der 40. Auflage – und bis heute Bestseller.
Und bis heute fester Bestandteil meines weihnachtsmännlichen Konzeptes.
Warum dieses Buch – und kein anderes
Es gibt zahllose Bücher über den Weihnachtsmann. Es gibt sie heute noch. Jeder meint, über ihn schreiben zu dürfen.
Mauri Kunnas hat etwas anderes gemacht. Er hat nicht über den Weihnachtsmann geschrieben. Er hat ihn besucht. Zumindest fühlt es sich so an – auf jeder Seite.
[Bild 1: Frau Weihnachtsmann und der Haferbrei – die große Küche - angefragt]
Korvatunturi. Die Wichtel mit ihren Aufgaben. Frau Weihnachtsmann und der Haferbrei. Die Kundschafterwichtel, klein und flink und leise. Die Rentiere mit den Glöckchen im Ohr.
[Bild 2: Wichtelkinder im Erdkundeunterricht - angefragt]
Die Wichtelkinder lernen in der Schule, wo die Geschenke hinmüssen. In Erdkunde ist der Lehrer besonders streng – schließlich müssen sie später genau wissen, wo die Kinder wohnen, damit die Geschenke auch richtig ankommen.
Alles, was Kinder fragen – ist dort beantwortet. Warmherzig, humorvoll, liebevoll illustriert. Und bei jedem weiteren Durchblättern gibt es noch etwas zu entdecken.
Wer dieses Buch kennt, weiß: Mauri Kunnas muss dort gewesen sein.
Konsistenz als Haltung
Alles, was Kinder mich am Heiligabend fragen, beantworte ich auf Basis dieser vier Bücher. Ich kenne sie weitestgehend auswendig.
Das ist keine Methode – es ist Konsequenz.
Ein Kind liest das Buch – und begegnet dann dem Weihnachtsmann, der genau so ist, wie das Buch ihn beschreibt. Oder umgekehrt: Ein Kind begegnet dem Weihnachtsmann – und findet ihn später im Buch wieder.
Kein Bruch. Keine Irritation. Nur Bestätigung – und Staunen.
Korvatunturi – überall
Der Berg mit dem schwierigen Namen ist nicht nur im Buch.
Er klingt in meiner AB-Ansage. In der Vorab-Videobotschaft, die ich zwei bis drei Tage vor jedem Auftritt sende. Und er ist der erste Satz, mit dem ich Kinder aus meinem Kaminzimmer per Video begrüße.
„Diesen Namen kennst Du ja bereits aus dem Buch."
Dieser eine Satz schließt den Kreis. Zwischen Buch und Begegnung. Zwischen Lesen und Erleben.
Eine Stimme, die trägt
Für Familien, in denen das Vorlesen in der Vorweihnachtszeit manchmal zu kurz kommt – was ich als Vater zweier Kinder immer verstehen kann – gibt es eine Alternative.
Dirk Bach hat die ersten drei Weihnachtsklassiker von Mauri Kunnas eingelesen. Mit Humor, mit Wärme, mit einer Stimme, die Kinder nicht loslässt. Nicht ohne Grund zählte er zu den besten deutschsprachigen Kinderhörbuchsprechern.
Er starb 2012, mit nur 50 Jahren.
Seine Stimme trägt noch immer.
(Das vierte Buch – erschienen 2021 – wurde von Axel Prahl eingelesen.)
Alle vier Weihnachtsklassiker sind inzwischen als Sammelband erschienen: „Das große Buch vom Weihnachtsmann" – mit einem Vorwort des Autors, in dem er erklärt, warum er sich heute fast wie der „Sekretär des Weihnachtsmannes" fühlt.
© Oetinger Verlag
